Die prozessuale Durchsetzung medienrechtlicher Ansprüche – actio diabolica?
JRP, Jahrgang 17, Heft 3, 2009
Georg Kodek
I. Einleitung
Gerne kam ich der Aufforderung der Veranstalter nach, kurz auf die prozessuale Durchsetzung medienrechtlicher Ansprüche im Zusammenhang mit der Medienberichterstattung über Infrastrukturprojekte einzugehen. Ausschlaggebend für die Einladung war wohl meine berufliche „Zwitterstellung“ als Richter des Obersten Gerichtshofs und als Universitätsprofessor. Was die Veranstalter zum Zeitpunkt der Einladung noch nicht wissen konnten, ist, dass ich auch über eigene unmittelbare Erfahrungen bei der Rechtsdurchsetzung verfüge, komme ich doch gerade von einer Tagsatzung in eigener Sache in einem wohnrechtlichen Außerstreitverfahren.Im Folgenden soll zunächst ein grober Überblick über die in Frage kommenden materiellen Anspruchsgrundlagen (II.) und Rechtsschutzziele (III.) geboten werden. Anschließend werden die Zuständigkeit und der Rechtszug behandelt (IV.). Empirische Daten über die Verfahrensdauer sollen auch einen Eindruck von der Rechtswirklichkeit vermitteln (V.). Schließlich werden der einstweilige Rechtsschutz und die „Selbsthilfe“ in diesem Zusammenhang behandelt (VI.). In einem kurzen Schlussteil (VII.) soll der Versuch einer Bewertung der verschiedenen Rechtsdurchsetzungsformen unternommen werden.
Die probatio diabolica bezeichnet im gemeinen Recht ursprünglich bekanntlich den lückenlosen Nachweis einer Kette aller Voreigentümer bei der Eigentumsklage; im übertragenen Sinn wird der Ausdruck dann verallgemeinernd für einen schlechthin nicht zu erbringenden Beweis verwendet. Durch die Abwandlung dieses gängigen Terminus zur „actio diabolica“ im Titel dieses Vortrags wollten die Veranstalter auf die besondere Schwierigkeit der Rechtsdurchsetzung bei medienrechtlichen Ansprüchen aufmerksam machen. Die Hauptprobleme stellen sich in diesem Zusammenhang jedoch – wie aus dem Referat meines Vorredners Univ.-Prof. Dr. Berka deutlich wurde – bereits auf der Ebene des materiellen Rechts; insoweit ist die Befassung mit dem Prozessrecht im vorliegenden Zusammenhang ein wenig „dankbares“ Thema.
II. Überblick über die materiellen Anspruchsgrundlagen
A. Allgemeines
Den gesamten Beitrag finden Sie in JRP, Jahrgang 17, Heft 3, 2009
Online Version verfügbar
Mehr Informationen zu dieser Zeitschrift finden Sie unter “Unsere Zeitschriften”
Senden...




