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SpringerWienNewYork – eine Erfolgsgeschichte
Im Jahr 1923 suchte der bekannte Wiener Chirurg Professor Anton Freiherr von Eiselsberg einen neuen Verlag für seine bis heute existierende „Wiener klinische Wochenschrift“. Er hoffte dabei auf Ferdinand Springer, Enkel des Verlagsgründers Julius Springer, weil der Wiener Rikola Verlag, der die Zeitschrift publizierte, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war. Die Zeitschrift und die medizinische Abteilung des Rikola Verlags bildeten den Grundstock des Springer Verlags in Wien, der am 10. März 1924 gegründet wurde. Der Springer Verlag in Berlin existiert seit 1842.
Wien war zu dieser Zeit ein kulturelles und intellektuelles Zentrum: Die Wiener medizinische Schule erlebte eine neuerliche Blüte, der Springer Verlag erwarb und gründete weitere naturwissenschaftliche Zeitschriften und erweiterte sein Programm auf Fachgebiete, die auch der Berliner Springer Verlag pflegte: Ingenieurswissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (Hans Kelsen, Alfred Verdroß, Friedrich A. Hayek), Physik (Wolfgang Pauli) und Philosophie (Moritz Schlick). Bis 1932 veröffentlichte Springer Wien mehr als 400 Bücher und 12 wissenschaftliche Zeitschriften – heute sind es rund 200 Bücher im Jahr und 50 Zeitschriften.
1938 fand diese Entwicklung durch die veränderte politische Situation ein jähes Ende. Der Verlag fiel 1945 einen Feuer zum Opfer, in dem der komplette Lagerbestand und das Archiv vernichtet wurden. Österreich verlor deutlich an Einfluss in jenen Ländern, die vormals Teil der Monarchie waren. Außerdem verkleinerte sich der Markt für deutschsprachige Literatur, denn Deutsch wurde in den nunmehrigen Ostblockstaaten durch Russisch als führender Fremdsprache ersetzt. Später setzte sich dann Englisch als wichtigste Fremdsprache durch. Fatal für den Forschungsbetrieb in Österreich war die Tatsache, dass die meisten der führenden WissenschaftlerInnen zur Emigration gezwungen waren. Sehr viele von ihnen konnten in die USA oder nach Großbritannien fliehen.
1964 folgt die Eröffnung einer Niederlassung in New York. Gründungen in Tokio, London, Paris und Hongkong schließen sich an.
Im Jahr 1999 erwirbt die Bertelsmann AG die Mehrheit am wissenschaftlichen Springer-Verlag. Im Jänner 2003 erwerben die britischen Finanzinvestoren Cinven und Candover zunächst Kluwer Academic Publishers und im April desselben Jahres die Verlagsgruppe BertelsmannSpringer. Danach erfolgt die Umbenennung in Springer Science + Business Media. Im Frühjahr 2004 fusionieren Springer und Kluwer. Seit 2010 steht Springer Science + Business Media im Besitz von EQT, einem schwedischen Finanzinvestor, und GIC, einem Investor aus Singapur.
Im April 2009 übernahm Mag. Katharina Oppitz die Geschäftsführung des Standorts Wien und führt den Verlag durch wirtschaftlich herausfordernde Zeiten und in eine E-Book-orientierte Zukunft. Das Verlagsprogramm umfasst Zeitschriften, Monographien und Lehrbüchern aus den Fachgebieten Medizin, Biologie, Chemie, Mathematik, Physik, Rechtswissenschaften, Philosophie, Wirtschaftswissenschaften, Technik, Informatik, Kunst, Kultur und Architektur.
Gesundes, organisches Wachstum und Akquisen in jüngster Zeit, Aufgeschlossenheit gegenüber technischen Entwicklungen (E-Publishing) und die Motivation seiner rund 80 Mitarbeiter bilden die Grundlage für den nachhaltigen Service für Wissenschaftler weltweit. SpringerWienNewYork ist somit nach wie vor das größte Ventil der österreichischen Forschungsgemeinschaft hin zum internationalen Markt.
Katharina Oppitz (Geschäftsführung)
Quelle zur Geschichte bis 1945:
Heinz Sarkowski: Der Springer-Verlag. Stationen seiner Geschichte. Teil 1: 1842–1945. Berlin u. a.: Springer 1992.






